Voll getroffen hatten Ferdinand Derigs und Beate Dechnig den Geschmack ihrer Mitfahrer bei einem Ausflug der Lautertaler SPD. Die Reise ging diesmal in eine Schokoladenfabrik und in eine Brennerei in Beerfurth (Ortsteil von Reichelsheim). Höhepunkt war dann ein Theaterbesuch in Brensbach.
Seit 1932 stellt Wilhelm Eberhardt OHG Lebkuchen her. Zusammen mit Zuckerlutscher, Hohlfiguren aus Zucker, Zwieback und Schaumküsse tingelte der Gründer über Messen, Märkte und Volksfeste. Heute produziert das gewachsene Familienunternehmen mit bis zu 15 Mitarbeitern bevorzugt Odenwälder Lebkuchen, verschiedene Sorten von Spritz-, Butter- und Vanillegebäck, sowie Kokosmakronen.
Wie Helmut Gräber versicherte, verzichtet die Firma auf den Einsatz von Farb- und Konservierungsstoffen. Die Weihnachtsmänner und Osterhasen aus Edel-Vollmilch-Schokolade würden ab der Kakaobohne selbst hergestellt. Mit traditionellen Rezepten und Herstellungsverfahren wäre die Firma derzeit „in“, auch in den Sendungen des Hessischen Rundfunks über den Odenwald. Abnehmer der Produkte wären Süßwarengeschäfte, Bäckereien, Konditoreien und Schausteller. Gekauft werden kann auch ab Werk.
Seine Besucher verwöhnte Gräber mit Bruchschokolade und betonte, dass die Produkte des Familienbetriebes auch in Lautertaler Geschäften erworben werden könnten. Schmackhafte Speisen wurden den Mitgliedern und Freunden der SPD dann im Gasthaus „Wiesengrund“ serviert, einem Traditionslokal mit deftiger Odenwälder Küche, in dem eine ehemalige Winterkästerin das Sagen hat.
Als Paradebeispiel für erfolgreiche Vereinsarbeit präsentierte sich das „Bannoser-Theater“ in Brensbach. Der nach einem einheimischen Original benannte 140 Mitglieder starke Verein erwarb ein früheres Kino, baute es mit Unterstützung der öffentlichen Hand zu einem Theater mit Weinkeller um und freut sich über die Wintermonate fast wöchentlich über ein ausverkauftes Haus.
Auch die Lautertaler waren von der gelungenen Darbietung der Laienschauspieler begeistert. „Cyranno in Buffalo“ präsentierte sich als Boulevard-Theater im besten Sinne, mit spritzigen Dialogen und rasantem Tempo, gepaart mit kleinen Katastrophen und großen Gefühlen. Da tingelt ein in die Jahre gekommenes Schauspielerehepaar erfolglos, aber unverdrossen mit einer illustren, aber finanziell desolaten Gruppe durch die amerikanische Provinz.
Mitten in die sich ausbreitende Resignation platzt ein Anruf aus Hollywood, der die Chance des Lebens hätte sein können. Doch Schwerhörigkeit, Alkohol, Meteorologie, eine ungewollte Schwangerschaft und der ganz normale Theaterwahnsinn führten schließlich dazu, dass die Situation vollkommen aus dem Ruder läuft.
Nach der Vorstellung hatten die Gäste noch die Möglichkeit, mit den Hauptdarstellern Bernd Hübner und Heike Müller, sowie Regisseur Rainer Müller bei Sekt und Gebäck ins Gespräch zu kommen. Dabei zeichnete sich schnell ab, dass dies nicht der letzte Ausflug der SPD Lautertal zu den „Bannoser“ war.