Der jetzige Jugendpfleger geht Ende 2014 in den Ruhestand. Die Gemeindevertretung stellte mit der Schaffung einer Halbtagsstelle nun die Weichen für die Fortführung der bisher so erfolgreichen Arbeit.
In der letzten „Blickpunkt“-Ausgabe berichteten wir über den hohen Stellenwert der Jugendpflege und die Bemühungen der Brensbacher Sozialdemokraten um deren Weiterführung. Vor dem Hintergrund, dass der Jugendpfleger aus Altersgründen nur noch begrenzte Zeit tätig sein würde, hatte die SPD-Fraktion bereits im September 2012 einen entsprechenden Antrag in die Gemeindevertretung eingebracht.
Aus Verbundenheit zu seiner Tätigkeit und den betroffenen Jugendlichen bot der Jugendpfleger jedoch damals an, seine Arbeit noch bis Ende 2014 in reduzierter Form auf Honorarbasis und ehrenamtlich fortzusetzen. Dieses Angebot fand bei allen gemeindlichen Gremien als Übergangslösung großen Zuspruch, denn es sicherte die Fortsetzung der Jugendarbeit auf hohem Niveau und wurde zudem den damaligen Auflagen zur Haushaltskonsolidierung gerecht.
Um die Nachfolge des jetzigen Jugendpflegers nun endgültig zu regeln, wurde im Frühjahr von den Fachausschüssen unter Einbindung von Experten der Kreisverwaltung und des Jugendpflegers selbst eine Tätigkeitsbeschreibung und der Kostenrahmen für die zu besetzende Stelle definiert. Der Gemeindevorstand wurde daraufhin durch einstimmiges Votum aller drei Fraktionen beauftragt, die Halbtagsstelle für die Jugendpflege mit einer qualifizierten Person zu besetzen. Das Anstellungsverhältnis soll zum 1. Oktober 2014 beginnen und zunächst auf zwei Jahre befristet sein. Das vierte Quartal soll für die gemeinsame Übergabe und Einarbeitung genutzt werden.
Da die Jugendpflege eine sogenannte freiwillige Leistung ist, wird sie aufgrund der mangelhaften finanziellen Ausstattung der Gemeinden immer wieder von der Kommunalaufsicht infrage gestellt. Auch ist die allgemein anerkannte Notwendigkeit einer wirksamen Jugendpflege vor Ort immer wieder Diskussionsgegenstand im Rahmen der Haushaltsplanungen. Die SPD-Fraktion ist jedoch in Übereinstimmung mit den anderen Fraktionen im Brensbacher Parlament der Auffassung, dass sie ein unverzichtbarer und konsequenter Baustein zur Unterstützung und Förderung unserer Kinder und Jugendlichen ist. Die Arbeit der Jugendpflege zielt neben der allgemeinen Kommunikation und den gemeinsamen Aktivitäten mit der Zielgruppe insbesondere auf die fallbezogene persönliche Beratung und Hilfe in Konfliktsituationen ab. Neben der direkten Unterstützung sind Hilfe zur Selbsthilfe und die Stärkung des Selbstwertgefühls wichtige Elemente dieser Jugendarbeit.
Die Bemühungen unseres Jugendpflegers waren erfreulicherweise in vielen Fällen von Erfolg gekrönt. Neben seinem persönlichen Engagement waren dabei seine enge Vernetzung mit öffentlichen Institutionen auf Gemeinde- und Kreisebene sowie seine Kontakte zum Jobcenter und zu umliegenden Firmen hilfreich. Der Kreis, der hier eigentlich verantwortlich ist, bietet zwar Hilfestellungen an, erreicht jedoch mangels direkter Kontakte vor Ort bei Weitem nicht die Zielgruppe.
In Übereinstimmung mit den anderen Fraktionen sind wir sicher, nun die Voraussetzungen für die erfolgreiche Weiterführung der Jugendpflege geschaffen zu haben und sind zuversichtlich, dass Kinder und Jugendliche in Brensbach auch zukünftig qualifizierte Unterstützung erhalten.
Foto: S. Hofschlaeger / pixelio